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Die Wilde Karde - eine Pflanze mit ökologischem Mehrwert

Aktualisiert: 10. Aug.

In unserem kleinen, feinen Stadtgarten haben wir uns bereits vor langer Zeit von Geranien oder Petunien verabschiedet. Wir wenden uns bevorzugt Pflanzen zu, die der Natur nützliche Dienste erweisen. Ein Alleskönner ist dabei die Wilde Karde.


Bereits letztes Jahr haben wir ihre Samen ausgesät, aus denen sich im ersten Sommer stachelige Rosetten bildeten. Jetzt, im zweiten Sommer nach Aussaat, wuchs die Pflanze zu zwei Meter hohen, dekorativen Stängeln mit schönen lila Blüten.

Die eigentliche Schönheit dieser Pflanze entfaltet sich ab jetzt an den Naturbeobachtungen, die sich ergeben. Von Juli bis Oktober dienen die Blütenstände als wertvolles Buffet für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Da die Blätter am Stengel verwachsen sind, bilden sich kleine Wasserbecken, die Insekten, manchmal auch Vögel, zum Trinken verwenden. In heißen Sommern wichtig, denn auch Insekten können verdursten. Nach der Blüte wachsen an den Blütenköpfen kleine Nüsse, die von Samen fressenden Vögeln (allen voran der Stieglitz) als Nahrungsquelle genutzt werden. Sind alle Samen reif, hat die Pflanze ihren Lebenszyklus beendet und stirbt ab.

Ihr Nutzwert bleibt aber erhalten: Die braunen Samenstände schmücken den Garten und werden weiterhin von den Vögeln als Nahrungsquelle benutzt. In den abgestorbenen Stängeln können Insekten, Wildbienen oder Larven den Winter überstehen.

In den Folgejahren sät sich die Karde weiter aus, sodass immer wieder mal eine dieser äußerst dekorativen Pflanzen im Garten aufpoppen kann. Da sie sehr krautig und stachelig ist, sind Schnecken glücklicherweise an dieser Pflanze nicht sonderlich interessiert.


Hinweis: Die Wilde Karde bieten wir nicht in unserem Online-Shop an, da sie zu den gebietsheimischen Pflanzen zählt, d.h. ihre Samen sollten immer in der Region eingekauft und gesät werden, wo sie auch geerntet wurden. Gleiche Pflanzen besitzen in unterschiedlichen Gebieten unterschiedliches Erbgut. Insekten sind stark an ihre Umgebung angepasst und können nur Wildblumen sinnvoll nutzen, an deren Erbgut sie gewohnt sind.
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