Einfache Tipps für einen bienenfreundlichen Garten oder Balkon

Mittlerweile hat es sich herumgesprochen: Den Bienen geht es nicht gut. Geht das Bienensterben ungebremst weiter, wird die Biene wohl bald auf der roten Liste der gefährdeten Tierarten - gemeinsam mit Berggorilla oder Südchinesischer Tiger - landen. Nun ist es aber so, dass die Bestäubungsarbeit der fleißigen Biene sie zum wichtigsten landwirtschaftlichen Nutztier nach Rind und Schwein macht. Von der Bestäubung durch die Bienen hängt ein Großteil der landwirtschaftlichen Erträge im Pflanzen-, Garten- und Obstbau ab. Mit dieser "Dienstleistung" erwirtschaften die Insekten alleine in Deutschland schätzungsweise rund 1,6 Mrd. € pro Jahr. (Quelle: Universität Hohenheim).

Wir haben hier Tipps zusammengestellt, wie wir das Leben für Bienen und andere nützlichen Insekten leichter machen können. Sie sind einfach in der Stadt, im Garten oder am Land umzusetzen und kosten nicht viel, außer vielleicht etwas Zeit. Alle angeführten Tipps haben wir selber ausprobiert und können bestätigen, dass sich die Bienen in unserem kleinen Stadtgarten pudelwohl fühlen. Solltet ihr noch weitere Ideen und Erfahrungen haben, bitte schreibt uns, wir nehmen sie gerne in der Liste auf!

Auch Bienen haben Durst


Ein kleines Wasserbecken mit einem Stück Holz oder einem Stein darin (Bienen können nicht schwimmen) ist auch für andere Insekten eine große Hilfe in den heißen Sommermonaten. Hübsch gestaltet kann es auf dem Balkon oder Terrasse als Dekoobjekt verwendet werden.

Wunderpflanze Lavendel


Lavendel ist eine richtige Allround-Pflanze. Sie kann als Bodendecker, im Balkonkisterl oder als Behübschung im Beet verwendet werden. Nicht nur Bienen fliegen auf diese pflegeleichte Pflanze, sondern auch Schmetterlinge und viele andere nützliche Insekten. Zudem ist Lavendel essbar und kann auch in der Küche verwendet werden.

Erstes Futter nach dem Winter: Palmkätzchen


Wer Bienen schon im Februar, März einen Riesengefallen tun möchte, der pflanzt sich eine Salweide (Palmweide, lat. Salix caprea), bei uns auch als Palmkätzchen bekannt. Diese gedeihen übrigens auch sehr gut im Topf auf dem Balkon. Sie sind die erste Nahrung, die Bienen nach dem Winterschlaf finden. Waren sie in meiner Kindheit noch sehr häufig anzutreffen, so haben sie heute wohl nur mehr Seltenheitswert. Unser Palmkätzchen wird bereits im März von Bienen regelrecht belagert!

Bitte nicht: Geranien, Fleissige Lieschen, Fuchsien und gefüllte Petunien


Die beliebtesten Balkonblüher, mit denen Super- und Gartenmärkte im Frühling regelrecht überschwemmt werden, sind leider völlig nutzlos für Bienen. Denn sie bieten keinen Nektar und Pollen - kaum zu glauben angesichts dieser Blütenvielfalt. Also künftig auf Pflanzen setzen, die zwar nicht diese Blütenfülle bieten, dafür aber Insekten ein schmackhaftes Buffet liefern. Wie wäre es mit einem Balkonkisterl mit essbaren Kräutern, wie Thymian, Bergbohnenkraut, Salbei und Oregano? Auch wenn die Blüten dieser Pflanzen nicht sehr groß sind, locken sie mit ihrem würzigen Duft Bienen an und versorgen sie (und uns) mit Nahrung.

Keine Angst vor der Wildnis


Ordentlich, wie wir gerne sind und mit dem „Was sollen den die Nachbarn denken“-Hintergedanken wollen wir den Garten natürlich immer schön gepflegt halten. Dabei sind es gerade die ungepflegten, verwilderten Ecken im Garten, in denen sich unsere Freunde gerne tummeln. Nicht umsonst heißt es: Wo kein Unkraut wächst, summt keine Biene. Brennesseln, Löwenzahn, liegengebliebene Blätter vom Vorjahr - we love!

Blumenwiese statt Rasen

Warum nicht mal eine verwilderte Blumenwiese statt dem perfekten Rasen? Auch kleine Flächen in der Stadt, Balkonkisterl oder Kübel eignen sich für Wildblumen.

Naturdünger

Chemie im Garten ist nicht bienenfreundlich. Lieber auf Naturdünger und natürliche Schneckenbekämpfung zurückgreifen.

Pflanzt Sonnenblumen!

Sonnenblumen geben nicht nur Bienen wertvolle Nahrung, sie sind regelrechtes Detox für Böden. Mit ihrem starken Wurzelwerk lockern sie die Erde auf und verbessern so die Bodenqualität. Sie versorgen Bienen mit Pollen und ihre Kerne liefern nach dem Abblühen wertvolles Vogelfutter oder können nächstes Jahr wieder eingepflanzt werden.